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März 24, 2011Sprachenwirrwarr – Je ne parle pas québécoise

Auch ich war einer von vielen, der sich über Jahre hinweg gegen den Französischunterricht in der Schule gewehrt hat. So zog ich meine mittelmässige Note über all die Jahre durch die verschiedenen Schulstufen, ohne je einen Gedanken daran zu verlieren, dass man irgendwann mal froh über seine Sprachkenntnisse sein könnte. An diesem Punkt bin ich jetzt angekommen und nein, es ist nicht viel davon übrig geblieben.

In Québec wird auf voller Länge Französisch gesprochen. Keine Stadt in Kanada legt mehr Wert auf Ihre Sprache als Québec City. Bereits zwei Stunden weiter im Süden, in Montréal, der nach Toronto zweit grössten Stadt Kanadas, findet man bereits viel mehr Englisch Sprechende Leute. Das Ganze hat einen dichten Zusammenhang mit der durchaus spannenden Geschichte von Quebec, auf die ich ein anderes Mal eingehen werde.

Mein erstes Gespräch mit einem Einheimischen war mit dem jungen Angestellten, der mich im MacDonalds bediente. Bereits beim Lesen meines Reiseführers wurde mir eingetrichtert, dass ich mich vom Englisch fernhalten und um jeden Preis die Kommunikation in der Sprach der Einheimischen halten soll. Zuversichtlich startete ich mit einem dezenten „Bonjour, je voudrais un menu Big Mac avec une Coke!“. Soweit so gut. Der Angestellte hatte meine Bestellung aufgenommen und feuerte gleich mit den Fragen rund um die Ausgestaltung meines Menüs in feinem kanadischen Französisch auf mich los.

„Realistisch bleiben“, dachte ich mir und gab mich als Ausländer zu erkennen in dem ich mein in zwischen sehr oft gesprochenes „Do you speak english?“ anwendete. Nun konnte ich mich auch endlich auf den eigentlichen Inhalt der Bestellung konzentrieren. Auf die Frage ob ich Ketchup will, Antworte ich völlig abgelenkt vom Burger-Transportsystem, das an der Decke montiert war, mit einem spanischen „sí“ und bedankte mich zum Schluss mit „Merci“. Keine Ahnung ob es ein deutsches oder ein französisches Merci darstellte, ich war jedenfalls froh, dass die Konversation vorbei war und ich mich bei einem BigMac den schwebenden Burgern an der Decke zuwenden konnte.

Nach drei Wochen in fremdsprachigem Gebiet, habe ich nun an meine Kommunikationsschwäche gewöhnt und bin glücklich, dass nicht nur meine Mitarbeiter und Mitbewohnerinnen mir zuliebe immer wieder auf ihre geliebte Sprache verzichten und sich dem nicht so speziell klingendem Englisch widmen, sondern auch viele der Einwohner von Québec ein gutes Englisch sprechen.

Zum Schluss noch: Das Gerücht, dass die Quebecoise ein schwer verständliches Französisch sprechen, kann ich nur bestätigen, mindestens so schwer verständlich wie dasjenige der Franzosen!

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